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Nachfolgend finden Sie alle "evolving.words"-Postings nach dem Datum ihrer Veröffentlichung gereiht.Kosmisches Internet - mit Anlaufschwierigkeiten
"Kosmisches Internet" lautete der Titel einer Veranstaltung, die vergangenen Samstag in einem Nebengebäude der Technischen Universität Berlin abgehalten wurde. Der spektakuläre Untertitel: "Das Universum als Provider?" Versprochen wurde eine Menge: basierend auf Anton Zeilingers Quantenteleportations-Versuchen und dem so genannten Global Scaling sollten zwei Notebooks miteinander Kontakt aufnehmen können - ohne irgendeinem Netzwerk oder einer Sendeeinrichtung. Die Wahrheit präsentierte sich dann ein wenig kleiner - aber immer noch faszinierend genug, um wirklich an das Raumschiff Enterprise zu glauben. Tatsächlich konnten letztes Wochenende in Berlin zwei räumlich getrennte Notebooks dazu gebracht werden, synchron zu laufen - ohne zusätzliche Hardware. Durchgeführt wurde der Versuch von einem Dr. Hartmut Müller, der am deutschen Institut für Raum-Energie-Forschung werkt und mit seinen Theorien die klassische Physik zwar nicht über den Haufen wirft, aber zumindest ordentlich auf den Kopf stellt.
Global Scaling Road-show an der TU-Berlin
Müller ist in den letzten Jahren mehrmals mit spektakulären Thesen an die Öffentlichkeit getreten, zuletzt mit dem so genannten "G-Com"-Verfahren, das herkömmliche Telekommunikationsverfahren (wie beispielsweise den erwiesen gesundheitsschädlichen Mobilfunk) langfristig ersetzen soll. Beim G-Com-Verfahren wird die Sprache – vereinfacht ausgedrückt – auf eine stehende Gravitationswelle aufmoduliert, die auch unter Wasser oder außerhalb der Erdsphäre empfangen und genutzt werden kann. Der technische Aufwand ist minimal; in der Praxis konnte das Verfahren durch mehrere Teststrecken zwischen Deutschland und Australien erprobt werden. Beim "Datenbeamen" wiederum nützt Müller das kosmische Hintergrundrauschen, das überall vorhanden ist und nicht abgeschirmt werden kann. Mathematische Filter sorgen dafür, dass das Rauschen als Signalträger funktioniert - und da in Intel-Prozessoren ab dem Pentium III/IV physikalische Rauschgeneratoren eingebaut wurden (zur Erzeugung von Zufallszahlen), kann diese kosmische Quelle ohne weitere Hilfsmittel angezapft werden.
Halten Sie das für Unsinn? Liegt es daran, daß Müller tatsächlich gehobenen Stuss verzapft - oder haben Sie bloß kein Wort verstanden? Um Müllers Theorien auf den Punkt zu bekommen, muß man Mathematiker sein – oder die Welt empathisch zu verstehen versuchen (in diesem Zusammenhang sollten Sie einen Blick auf die Seminarreihe "Transpersonale Psychologie" vom Verein Focus werfen, über die im EVOLVER berichtet wird). Die Technik, an die wir uns gewöhnt haben, argumentiert ihr Funktionieren gewöhnlich nicht mit Gravitationswellen und kosmischen Rauschfeldern – soetwas gehört zu Perry Rhodan, aber nicht zum neuesten Siemens/Sony/Nokia/Motorola-Hirngrill. Allerdings holpern einige der etablierten physikalischen Erklärungsmodelle des Kosmos ärger als eine steirische Forststraße, weshalb unser tiefer Glaube an schulmeisterliche Lehrmeinungen im Alltag eigentlich nicht nachvollziehbar ist. Vergangenen Samstag wurde in Berlin der Beweis dafür erbracht, daß da mehr ist als unser physikalisches Mittelschüler-Weltbild, daß das Universum auf Schwingungen und Wellen basiert, und daß man Elemente davon technisch nutzen kann.

Berlin, 21. 2. 2004. Links: Hartmut Müller
Ob die von Hartmut Müller, der im ehemaligen Leningrad und heutigen St. Petersburg ausgebildet wurde, jemals zu Produkten gerinnen werden, steht hingegen auf einem anderen Blatt. Die von Müller betriebene Grundlagenforschung orientiert sich nicht an der Industrie: die G-Com-Technologie käme beispielsweise ohne Telekom-Betreiber aus – und auch ohne monatliche Netzbenützungsgebühren. Die durch "Global Scaling" entstehenden Möglichkeiten erinnern im Ansatz auch an die Theorien des österreichischen Wasserforschers Viktor Schauberger, der die Welt mit den Worten: "Ihr bewegt falsch" auf den Punkt brachte. Die Natur kennt nicht das drückende, explosive Prinzip, nach dem unsere Wirtschaft (und große Teile unserer Technologie) funktionieren; sie arbeitet nach einem saugenden Ansatz (wie Ghandi seine Lehren verbreitete).
Mit diesem Problem haben neue Technologien und Sichtweisen immer zu kämpfen: Wir sind zu borniert und arrogant, um überhaupt über neue Theorien nachzudenken – obwohl wir nichteinmal die alten (und zum Teil falschen) begriffen haben. "Quantenbeamen" ist keine Science-fiction – es ist vielmehr soetwas wie Holzhacken auf höchstem Niveau.
Dia-Show von der Vorführung am 21. 2. 2004 in Berlin
Bericht über die Vorführung in den CROPfm BIG BROTHER NEWS #19 Ausstrahlung: 5. 3. 2004)
Augenzeugenbericht aus Berlin
[Der Rest steht im EVOLVER...]
Weiterführende Links zu den Themen GLOBAL SCALING und QUANTENTELEPORTATION:
Eine Einführung in die Global-Scaling-Theorie. von Dr.rer.nat. Hartmut Müller, Leiter des Instituts für Raum-Energie ...
Global Scaling Verein Wissenschaftlicher Förderverein Global Scaling eV
Skalenberechnung für die G-Welle
Konzepte für ein neues Zeitalter: Global Scaling
G-Com: Das Universum als Provider
Donau-Universität Krems: Neues drahtloses Kommunikationsverfahren: Global Scaling Quantum Teleportation (Erfolgreiches Experiment vom 18. 12. 2003).
Donau-Universität Krems: Global Scaling (Projekt)
science.de-forum.de: Global Scaling - Neue Physik oder neuer Schwindel?
Wired News: Beaming is Believing
Quantencomputer: Ausgewählte Kapitel
Wiener Zeitung: Quantenwelten
Academy of Live - Anton Zeilinger (Interview)
Quantenphysik (Vortrag von Anton Zeilinger)
Teleportation: Wiener Physiker erhöhen Effizienz des "Beamens"
Quantenteleportation und Kryptographie
Test der Quantenteleportation über lange Distanzen im Kanalnetz von Wien
Quantum Experiments and the Foundations of Physics (Prof. Anton Zeilinger)
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Eigentlich empörend, daß der Oscar für die beste männliche Hauptrolle an Adrien Brody für seine Rolle im Polanski-Streifen "The Pianist" verliehen wurde - und nicht an Boris Nemsic. Der Mobilkom-Generaldirektor wird unter Insidern nämlich als Shooting-Star auf dem heimischen Mimenmarkt gehandelt. Seit latentes Talent zum Charakterdarsteller durfte Nemsic schon vor über einem Jahr im ersten Wim-Wenders-Werbeclip (ER FLIEGT) für die Mobilkom unter Beweis stellen. Inmitten von Luftballonen und lachenden Kindern ließ er die Erkenntnis platzen, daß uns in hektischen Zeiten wie diesen nur der Mobilfunk ein stabiles Familienleben ermöglicht. Ich war den Tränen nahe: Wenders at his best.
Vor kurzem hat sich Boris Nemsic zu einem Sequel unter der Regie von Robert Altman (ICH BLEIBE DRAN) entschlossen. Wieder erlaubt uns der mit dem Bartwuchs eines polnischen Bauarbeiters gesegnete Manager per Werbefernsehen intime Einblicke in sein Familienleben. Jetzt wissen wir, daß der drahtlose Boris ohne drahtlose Verbindung zur Umgebung vollkommen aufgeschmissen ist. Gäbe es keine WAP-Handys, würde er sogar die Schulaufführung des Töchterleins versäumen. Fast schon zur Sozialstudie geronnen ist die ebenso kurze wie prägnante Stilisierung des Arbeitsklimas bei der Mobilkom: Da gibt}s nur aufgeräumte Schreibtische, ebenso gut gelaunte wie gekleidete Mitarbeiter, die mit dem Chef per du sind, und eine ganz unaufdringliche Art von Frohsinn, der in rauhen Mengen aus der Klimaanlage quillt.
Dipl.-Ing. Dr. Boris Nemsic: Manager, Künstler und einer der faszinierendsten Schauspieler, die das heimische Telekom-Busineß zur Zeit zu bieten hat. Wir dürfen gespannt sein, womit uns Boris Drahtlos als nächstes überraschen wird - sollte es an Ideen mangeln, könnte ich weiterhelfen. Vorab ein paar Anregungen:
"Mission Impossible 3": Boris versucht bessere Preise als die Konkurrenz zu machen.
"Archipel Gulag 2": Boris verbringt einen Tag in der Störungsstelle.
"Trio Infernal 2": Boris installiert ADSL auf einem Macintosh-Computer.
"Mein Essen mit Boris 2": Ich esse mit Boris beim Hauswirth zu Mittag und erzähle ihm zwei Stunden lang von krebserregender Mobilfunkstrahlung.
"Lethal Weapon 5": Boris findet heraus, daß Mobilfunkmasten wirklich krebserregend sind.
"Tanz der Teufel 4": Boris versucht aufgebrachte Bauern zu beschwichtigen, deren Kühe seit der Installation eines neuen Sendemasts nur noch Kälber mit zwei Köpfen und 36 Eutern zur Welt bringen.
"E.T. 2": Boris versucht ET einzureden, daß er mit A1 billiger nach Hause telefonieren kann als mit T-Mobile.
Ich denke, diese Stories müßten Boris zum absoluten Durchbruch verhelfen. Und wenn nicht ihm, dann zumindest dem Medium, in dem Sie zum ersten Mal davon gehört haben - dem EVOLVER-Newsletter, der auch heute wieder interessante Reviews aus (fast) allen Kulturbereichen bringt.
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Die Amerikaner sagen, sie wollen Biometrie; und ich sage: gebt ihnen ihre Biometrie! Fingerprints im Reisepaß - aber bitte, die sind sowieso auf jeder Seite zu finden, nur halt noch nicht sichtbar gemacht und nicht digital codiert, wie das die EU in ihrem Kniefall vor dem Bush-Regime plant. Zwei biometrische Merkmale sind ohnehin seit jeher in jedem Ausweis enthalten, nämlich Unterschrift und Foto. Was das amerikanische Homeland Security Office, für dessen deutsche Übersetzung man anderswo wegen Wiederbetätigung angezeigt wird, als Draufgabe will, ist ein drittes digitales Merkmal, das man hinterrücks mit anderen Daten abgleichen kann. Fingerprints, Augen-Scans, Gesichtsfeld-Vermessung oder Körbchengröße - kein Verfahren ermöglicht allerdings die hundertprozentige Identifizierung eines Menschen ohne potentiellen Irrtum; schon gar nicht bei einer Bevölkerungsdichte wie in der EU. Selbst eine DNS-Analyse führt eher zum Fazit, daß der Mensch offenbar doch nicht so einfach in digitalen Ja-Nein-Kategorien schubladisierbar ist, wie sich die behördlichen Profiler das vorstellen. Daß sich die EU vor den USA schon beim ersten Date willig auf den Rücken legt, legt die Frage nahe, ob es - außer den Cowboys in Washington - überhaupt jemandem auffallen würde, wenn das EU-Parlament kommende Nacht von Außerirdischen verschleppt wird. Auf die Beschlüsse in Brüssel haben EU-Bürger noch viel weniger Einfluß als auf das, was im eigenen Land passiert. Gerät die Demokratie vielerorts ohnehin zur Farce, weil die Instrumente zur Durchführung nicht vorhanden oder kaum zugänglich sind, sind nationale demokratische Grundrechte in Brüssel kaum einzufordern. Die EU ist schließlich ein Wirtschafts- und kein Menschen-Bündnis - weshalb uns selbst die Schwanzlänge durch die Kondom-Norm kontinental vorgeschrieben wird. Vermutlich wird auf Drängen des US-Konsulats demnächst auch die Genmanipulation erlaubt - was in ein paar Jahren zum Einheitsmenschen führt, der sich jedes biometrische Erkennungsmerkmal im Paß sparen kann. Alle sind wir dann gleich, alle politisch korrekt und alle jederzeit bereit, uns gegenseitig den Hintern abzuwischen.
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Haben Sie schon vom schönen "Lebensministerium" gehört oder fallen Ihnen zu diesem Begriff bestenfalls die Monty Pythons mit ihrem legendären "Ministry of Silly Walks"-Sketch ein? Gut, das ist ohnehin schon ziemlich nah dran, denn das Vermächtnis der britischen Schmähführertruppe wird am Wiener Stubenring 1 liebevoll gehegt, gepflegt und erweitert.
Zu verdanken haben wir die Freude einem Herrn namens Josef Pröll, der konsequent auf eine eigene Seite im "Guinness Book of Records" hinarbeitet. Als Molterer-Nachfolger (Amtszeit: 99 Monate) ist Pröll (derzeit knapp 14 Wochen im Amt; zum Zeitpunkt, an dem dieser Text geschrieben wurde, also am 2. 6.) nicht nur ein ordinärer Bundesminister, nein, da bliebe zuviel Platz auf der Visitenkarte - Pröll ist (in alphabetischer Reihenfolge): Forstminister, Landminister, Lebensmittelminister, Umweltminister und Wasserminister. Diese enorme Bandbreite kulminiert, so einmal nicht genug Zeit für eine ausführliche Vorstellung bleibt, im bescheidenen Titel "Lebensminister".
Das gibt wahrscheinlich nicht nur mir zu denken - alleine der Semantik wegen möchten sich Nacken- und Achselhaare steil nach oben richten. Denn verglichen mit der Funktion eines Finanzministers verheißt Lebensminister nicht wirklich Gutes - außer Sie empfinden es irgendwie als Fortschritt, in Zukunft mindestens 50 Prozent Ihres Lebens am Eingang nach Österreich abzugeben (die andere Hälfte gehört ohnehin dem bereits angesprochenen Finanzminister). Ich jedenfalls sorge mich; weniger um die Republik als vielmehr um deren Insassen und vor allem um mich. Ich hoffe wirklich, daß Pröll nicht an der Größe seiner Aufgabe scheitert - als Lebensminister ist er ja für praktisch alles zuständig, was zwischen Dornbirn und Hadersdorf passiert oder auch nicht - und wie einst Vicky Klima, derzeit Aszendent der VW-Geschäftsleitung in Argentinien, einfach den Hut draufhaut, weil ihm keiner beim Bemalen der Alpen oder beim Dreckausgraben in der Mitterndorfer Senke hilft. (Ich könnte wenigstens beim Titelausdenken behilflich sein: Schwerelosigkeitsminister hat mir immer gut gefallen, und Perfunsationsminister wollte ich als Kind schon selber werden.)
Laut dem weithin unterschätzten Insider-Werk "Der Brockhaus" hat der sogenannte Minister seinen Ursprung in den Begriffen "Diener", "Gehilfe" oder "der Geringere". Vermutlich muß Letztgenannter dem Staat ziemlich dankbar sein, daß ihm dieser ein Haus zur Verfügung stellt, wo er mit seinesgleichen den Arbeitstag verbringen kann und außerdem noch Papier und Bleistifte kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt. Nur - wie sollen wir die Hütte treffend nennen, wo doch die besten Namen, wie beispielsweise "Gruft" oder "Pavillon 23" schon an andere Häuser vergeben sind?
Egal. Lesen Sie den EVOLVER, übernehmen Sie nach der Lektüre irgendein auswärtiges Amt und sorgen Sie gefälligst dafür, daß meine Spesenabrechnungen stets pünktlich beglichen werden.
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In Brüssel, wo die krummen Bananen herkommen, wurde vergangenes Wochenende über die neue Patentverordnung diskutiert, durch die sich praktisch alles, was auf einem Computer passiert (oder nicht), kostenpflichtig schützen läßt. Im Zuge geheimer Verhandlungen zwischen führenden Industrievertretern und den Bestechungsverantwortlichen der Europäischen Union ist nun durchgesickert, welche Tragweite diese Verordnung tatsächlich haben wird: Hauptnutznießer des neuen Patentrechts ist die Software-Schmelze Microsoft, die sich sämtliche Windows-Fehlermeldungen patentieren lassen will. Für das Unternehmen würde das eine geschätzte Umsatzsteigerung von mindestens 4000 Prozent bis Anfang Oktober bedeuten. Zusätzlich will Microsoft auch das eigens zur Darstellung der Fehlermeldungen entwickelte Windows-Betriebssystem als Patent anmelden.
Marktanalytiker erwarten einen gerichtlichen Schlagabtausch mit der Computerfirma Apple, die behauptet, einen Großteil der möglichen Systemabstürze selbst entworfen zu haben; die Fehler seien später von Microsoft kopiert und in andere Programme übernommen worden, um den "Look & Feel" des Macintosh zu imitieren. Überhaupt gibt sich Apple recht streitbar: Wegen Auseinandersetzungen mit Apple Records will der Bio-Computerbauer seine Werbelinie umstellen und den Slogan "I Buy Macintosh" in allen Sujets nur noch mit IBM abkürzen. Bei International Business Machines hat man die Idee eher kopfschüttelnd aufgenommen; als Antwort bereiten die Anwälte von Big Blue gerade die Patentierung der allen Computeranwendungen zugrundeliegenden Binärtechnologie vor. Davon betroffen könnten auch Nicht-Computeranwender sein, die häufig die Ziffern 0 und 1 verwenden: "Für den privaten Gebrauch sowie für den Bildungsbereich werden wir keine Gebühren einheben", beruhigt IBM-Pressesprecher Carlos Castaneda: "Wir arbeiten im Moment sehr intensiv an einem Open-source Modell dafür." Das von Xerox gegründete Palo Alto Research Center soll auch bereits einige Patentanträge eingebracht haben - davon betroffen soll vor allem die ursprünglich für Rechtshänder entwickelte Maustechnologie sein. Sollte das Xerox-Patent durchkommen, haben praktisch alle Computeranwender mit Tantiemen für jeden Mausklick zu rechnen, Linkshänder ausgenommen.
Aber auch heimische Entwickler denken bereits intensiv über mögliche Patentverfahren nach. Einem aktuellen Branchengerücht zufolge will der Dachverband der Schuhmacher bei den Verhandlungen in Brüssel ein Wort mitreden. Schließlich sei auch für Bildschirmerblindete leicht zu erkennen, daß die Redewendung "den Computer re-booten" vom Bedürfnis abgeleitet sei, ein fachkundiger Schuster müsse dem Rechner dann und wann ordentliche Schuhe anziehen. Für Aufregung wird auch auch Karl-Heinz Grasser sorgen, der sich noch vor den nächsten Wahlen insgesamt 20.000 Elemente seiner eigenen Heimseite patentieren lassen will, darunter seine Babyphotos, das Bild, auf dem er Bill Gates die Hand schüttelt, sowie den schwarzen Hintergrund.
Heftige Proteste kommen im Moment nur von der Arbeiterkammer und vom EVOLVER. Wir möchten unseren Lesern an dieser Stelle versichern, daß wir uns dem allgemeinen Patentierwahnsinn nur am Rande anschließen werden. Es sind ausschließlich von unseren Developern entwickelte Basistechnologien, die wir nach langen Experimenten mit potentiellen Alternativen zum EU-Patent angemeldet haben; darunter die 26 Buchstaben des Alphabets plus Umlaute, Ziffern und Sonderzeichen, da diese die Grundlage für den EVOLVER-Newsletter darstellen. Und da es bei uns nur einen gibt, der diese enorme Zeichenmenge im Kopf behalten kann, lassen wir uns sicherheitshalber den Chefredakteur gleich mitpatentieren.
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Kürzlich war Vollmond, und ich kann immer noch nicht rülpsen. Das hängt zwar nicht unmittelbar miteinander zusammen, doch als ich mit den anderen Bewohnern meines Gemeindebaus traditionell den Mond anrülpsen wollte, wurde mir mein Makel zum ersten Mal schmerzlich bewußt. Ich kann es nicht!! Selbst 18 gepflegte Biere bringen mich eher zum Kotzen als zum Rülpsen. Und glauben Sie mir: Wenn ich mich mit allen Mitteln der Kunst zum Aufstoßen verleiten will, beispielsweise wegen explosiven Magenüberdrucks, und dazu Methoden anwende, die für Laien so aussehen, als hätte ich Bulimie (oder könnte Gedanken lesen), dann klingt das schwer nach Husten mit Beilage. Seit gestern weiß das auch der ganze Bezirk, zumindest die Region zwischen Linzer und Hütteldorfer Straße. Während sich aus den anderen Fenstern ein vielstimmiger, von warmer Luft getragener Magenlaut Richtung Vollmond erhob, brachte ich nur etwas hervor, das entfernt nach dem Schlußakkord einer Roy-Orbison-Ballade klang. Ein gehauchtes "Ah-Äh-Ah" in der Vöslauer-still-Variante.
Andere Leute können in einem Atemzug das Alphabet bis U rülpsen, manche wiederum furzen, daß sich die U-Bahn wegen Lärmbelästigung beschwert, und dann gibt's solche, die in in der warmen Jahreszeit mühelos in zwei Meter entfernte Nußbäume ejakulieren können... Und ich?! Was, wenn ich nur der Vorläufer einer Epidemie bin; was, wenn meine Rülps-Schwäche zur Volkskrankheit wird und jedes Bier in Zukunft unkommentiert abgeht? Nun, eines steht jedenfalls fest: Im 14. Bezirk wäre es zumindest bei Vollmond viel stiller.
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Manchmal fügt das Schicksal Dinge zusammen, die anderswo aus guten Gründen getrennte Wege gegangen wären. Zum Beispiel. Erstens beginnt am 10. September in mexikanischen Cancun die nächste GATS-Verhandlungsrunde, bei der es um das Verscheuern öffentlicher Dienstleistungen an private Industrieunternehmen geht. Zweitens ist Doktor Trash in Traismauer kürzlich kaum angeheitert mit einem Plakat kollidiert, auf dem für ein Urzeit-Museum geworben wurde. Seine interessierte Frage: "Was, dort sind wirklich alle Uhrzeiten der Welt ausgestellt?" ist in diesem Zusammenhang viel weniger bemerkenswert als die literarisch wertvolle Kombination beider Ereignisse: Soll im Rahmen des GATS-Abkommens auch die Uhrzeit privatisiert (wird im Bartenstein-Deutsch wie "liberalisiert" ausgesprochen) werden? Leider hat es genau den Anschein. Wenn Liberalisierung (wird im Kritiker-Deutsch wie "Privatisierung" ausgesprochen) bedeutet, daß sich der Staat aus einer öffentlichen Dienstleistung zurückzieht und das Feld befreundeten Geschäftemachern überläßt, dann war die Uhrzeit eines der ersten Bauernopfer. Nicht, dass wir dem französischen Vivendi-Konzern nun Tantiemen für die volle Stunde zahlen müssen (das ist erst für 2005 geplant); viel schlimmer ist das kontinuierliche Verschwinden von Uhren aus dem öffentlichen Raum. Auf der Wiener Mariahilfer Straße, vor knapp zwei Jahrzehnten noch ein tickendes Paradies, findet man kaum noch Volks-Chronometer; außer vielleicht über der Auslage von ein, zwei Uhrengeschäften oder beim Westbahnhof; aber da fehlen einem dann wiederum die Vergleiche. Am Bahnhof von Wies-Eibiswald müssen geschlauchte Wanderer sogar bis in den Wartesaal vordringen, um auf der Küchenuhr über der Klotüre die südsteirische Zeit ablesen zu dürfen. In Lokalen ist es längst nicht mehr üblich, die Gäste über das Fortschreiten der Stunde auf dem Laufenden zu halten, außer es handelt sich um die Sperrstunde; und mit Kirchen ist kaum zu rechnen, weil diese oftmals renoviert und dementsprechend mit Werbetransparenten bauverpackt werden; wie die Barnabitenkirche, auf der man seither ablesen kann, wie viel Wasser in Wien pro Stunde recycled wird, aber nicht, wann besagte Stunde um ist. Die Folge: immer weniger Österreicher und deren Frauen wissen, was es geschlagen hat. Immer mehr Kinder kommen in die Pubertät ohne jemals eine funktionierende Rathausuhr gesehen zu haben – und wir alle kennen die Folgen: Depressionen, Alkoholkonsum, Drogenmissbrauch, Zuchthaus. Dass der österreichische Uhrzeitmarkt längst heimlich liberalisiert wurde, ist hiermit hinlänglich bewiesen. Jetzt machen die Konzerne Geschäfte mit dem Sekundenzeiger; vor allem Handyhersteller, deren Kampfgurken sowieso alles besser und genauer wissen, als ihre Besitzer; und mit denen man immer 1503 anrufen kann, wenn einem nach ein bisserl Ansprache ist. Eine schlimme Zeit, wenn Sie mir das Bonmot gestatten, aber wir vom EVOLVER haben natürlich wieder eine Lösung parat. Neben ganz wichtigen Neuigkeiten aus der weltlichen Kulturszene flüstern wir Ihnen diesmal auch Ihre ganz persönliche Uhrzeit ins Ohr: mit dem Punkt am Ende dieses Satzes ist es genau 13:03 Uhr. Peep.
Link: http://www.stoppgats.at
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