[>>]

 
QUELLE: Editorial des EVOLVER-Newsletter #30 [21. 11. 2002]

Kürzlich war Vollmond, und ich kann immer noch nicht rülpsen. Das hängt zwar nicht unmittelbar miteinander zusammen, doch als ich mit den anderen Bewohnern meines Gemeindebaus traditionell den Mond anrülpsen wollte, wurde mir mein Makel zum ersten Mal schmerzlich bewußt. Ich kann es nicht!! Selbst 18 gepflegte Biere bringen mich eher zum Kotzen als zum Rülpsen. Und glauben Sie mir: Wenn ich mich mit allen Mitteln der Kunst zum Aufstoßen verleiten will, beispielsweise wegen explosiven Magenüberdrucks, und dazu Methoden anwende, die für Laien so aussehen, als hätte ich Bulimie (oder könnte Gedanken lesen), dann klingt das schwer nach Husten mit Beilage. Seit gestern weiß das auch der ganze Bezirk, zumindest die Region zwischen Linzer und Hütteldorfer Straße. Während sich aus den anderen Fenstern ein vielstimmiger, von warmer Luft getragener Magenlaut Richtung Vollmond erhob, brachte ich nur etwas hervor, das entfernt nach dem Schlußakkord einer Roy-Orbison-Ballade klang. Ein gehauchtes "Ah-Äh-Ah" in der Vöslauer-still-Variante.
Andere Leute können in einem Atemzug das Alphabet bis U rülpsen, manche wiederum furzen, daß sich die U-Bahn wegen Lärmbelästigung beschwert, und dann gibt's solche, die in in der warmen Jahreszeit mühelos in zwei Meter entfernte Nußbäume ejakulieren können... Und ich?! Was, wenn ich nur der Vorläufer einer Epidemie bin; was, wenn meine Rülps-Schwäche zur Volkskrankheit wird und jedes Bier in Zukunft unkommentiert abgeht? Nun, eines steht jedenfalls fest: Im 14. Bezirk wäre es zumindest bei Vollmond viel stiller.

Der Rest steht im EVOLVER-Newsletter...

ecolog_icon
Chris Haderer/ArtBeat
Copyright/Disclaimer
 
resident of twoday.net
powered by Antville powered by Helma
AGBs xml version of this page xml version of this page (summary)