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Ein bereits im Dezember 2004 erschienener Artikel aus dem über Berlin Online abrufbaren Textarchiv des Berliner Kurier, der eine recht klare Position bezieht:

Quelle: Berlin Online/Berliner Kurier, 8. 12. 2004

Schock-Meldungen aus der Wissenschaft: Jetzt streiten Experten weltweit um die Konsequenzen
Handy-Strahlung
So gefährlich ist sie wirklich

Erbgut wird geschädigt, im Gehirn entstehen Löcher
Handystrahlung ist für den Menschen weitgehend ungefährlich: Das galt bisher. Eine von der EU finanzierte, internationale Studie, an der auch Forscher der Uni-Klinik Benjamin Franklin (Steglitz) beteiligt waren, kommt jetzt zu ganz anderen Ergebnissen: Handy-übliche Strahlungen bewirken schwere Zellschädigungen, knacken die DNS, die das Erbgut trägt. Das bewiesen zwölf Forscherteams in sieben europäischen Ländern. Unabhängig voneinander. Schlimmer noch: Nach Auskunft des Wiener Wissenschaftlers Hugo Rüdiger, einem der Forscher, hat die Industrie in den vergangenen Monaten in Brüssel massiv versucht, die Ergebnisse zu unterdrücken. In den kommenden Tagen wird die Studie trotzdem vorgestellt.

1. Wie seriös ist diese Studie? // Drei Jahre lang haben Forscher in sieben Ländern parallel untersucht, wie Zellkulturen auf elektromagnetische Schwingungen reagieren. Sie entstehen auch in handelsüblichen Handys bis zu 2 Watt pro Kilogramm Körpergewebe sind zulässig. Beteiligt waren zwölf Forschergruppen der Universitäten Bologna, Bordeaux, Mailand, Wien, Zürich, Berlin und Hannover sowie fünf Forschungszentren. Forschungsleiter war Professor Franz Adlkofer (Stiftung Verhalten und Umwelt, München). Um möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, entschied ein Computer nach einem Zufallscode, welche der je zwei mit identischen Zellkulturen bestückten Kammern bestrahlt wurden, welche als Kontrolle dienten. Eigentlich sollte die Studie bereits 2003 vorgestellt werden doch eine industrienahe Forschergruppe wollte das Resümee nicht mittragen.

2. Wie lauten die Ergebnisse? // Die Ergebnisse der Studie sind erschreckend: "Seit 40 Jahren gilt die Lehrmeinung, dass elektromagnetische Felder zu schwach sind, um das Erbgut zu verändern", sagt Projektleiter Franz Adlkofer. "Unsere Ergebnisse haben das Gegenteil gezeigt. " Trotz unterschiedlicher Nachweismethoden kamen die Forscher zum gleichen Ergebnis: Ab einem SAR-Wert von 1,3 Watt pro Kilogramm Körpergewebe kam es zu Einfach- und Doppel-Strangbrüchen. Der Grenzwert für Mobiltelefone beträgt 2 Watt pro Kilogramm. Weitere Studien hatten ergeben, dass bei getesteten Ratten die Strahlung sogar die Blut-Hirn-Schranke aufweichte die Ratten-Gehirne bekamen Löcher. Diese Barriere ist aber überlebensnotwendig. Die Wiener Forschungsgruppe fand außerdem heraus, dass die beschädigte DNS vom Körper längst nicht so gut repariert wird, wie man bisher glaubte.

3. Was kann man jetzt tun? // Die Ergebnisse der Studie sind nach Ansicht des Wiener Forscher Hugo Rüdiger so gravierend, dass er Empfehlungen für das Benutzen von Handys formulierte. So sollte man Handys nur dann benutzen, wenn es wirklich erforderlich ist, nie hinter dicken Mauern. Stundenlanges Plaudern sollte man vermeiden. Wenn möglich, sollte man eine Freisprechanlage benutzen, im Auto etwa. Denn die Stärke des magnetischen Feldes, die auf den Körper wirkt, ist vom Abstand zum Sender abhängig. Wichtig ist auch, welche Antenne eingebaut ist: Je nach Typ kann sich die Strahlung verzehnfachen.

Quelle: Berlin Online/Berliner Kurier, 8. 12. 2004

Herzlichen Dank an Christoph Deissl für die Info.
 
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