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Jan Heiland hat uns die Antwort einer ans Kieler Ministerium gerichteten Anfrage weitergeleitet:

----- Original Message -----
From: Heike.Rotermund@munl.landsh.de
To: bohle@ngi.de <mailto:bohle@ngi.de>
Sent: Wednesday, July 14, 2004 11:27 AM
Subject: Chemtrails - Ihre Mail vom 17. Juni 2004

Sehr geehrte Frau Bohle,
Herr Minister Müller dankt Ihnen für Ihre Mail vom 17. Juni 2004 mit Ihrer Anfrage zu den so genannten Chemtrails. Er hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.
Das Thema "Chemtrails" ist aufgrund des in der Zeitschrift "Raum&Zeit" 127/2004 erschienenen Artikels "Die Zerstörung des Himmels" Gegenstand verschiedener Anfragen. Insbesondere das Umweltbundesamt (UBA) in Berlin hat sich daher intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Nach Informationen des UBA kann ich Ihnen zu Ihrer Anfrage folgende Antwort geben:
In dem Artikel wird die Feststellung getroffen, dass im Rahmen von geheimen Projekten der USA militärische und zivile Flugzeuge Aluminium- und Bariumverbindungen in die Atmosphäre emittieren, um der durch den anthropogenen Treibhauseffekt hervorgerufenen Erwärmung entgegenzuwirken.
Es hat in der Tat verschiedene Vorschläge gegeben, zum Schutz des Klimas unterschiedliche Stoffe (z.B. Aluminiumoxid, Aluminium, Ruß, Eisenverbindungen) in die Atmosphäre einzubringen. Jedoch konnten sich diese Vorschläge aus dem Bereich des Geo-Engineering nicht durchsetzen und nach Kenntnisstand des UBA wurde nichts davon auch nur experimentell in die Praxis umgesetzt. Abgesehen von der Frage der Wirksamkeit gibt es große Bedenken, welche vorher nicht bedachten Nebenwirkungen mit derartigen Eingriffen verbunden sind. Die Kosten sind ebenfalls erheblich. Das UBA geht davon aus, dass die ganz überwiegende Mehrzahl der verantwortlichen Wissenschaftler derartige "Experimente" mit der Atmosphäre ablehnt. Von einem realen Hintergrund für das in dem genannten Artikel erwähnte Einbringen von Aluminiumverbindungen in die Atmosphäre und die Bildung von Chemtrails ist dem UBA nichts bekannt. Ausgelöst durch den Artikel in der "Raum&Zeit" hat sich das UBA mit Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (Institut für Physik der Atmosphäre und Institut für Antriebstechnik) sowie der Lufthansa in Verbindung gesetzt. Wenn es die Chemtrails gäbe, ist davon auszugehen, dass DLR und Lufthansa aufgrund der Untersuchungen von Kondensstreifen, des Betriebs von Satelliten bzw. der fliegerischen Tätigkeit diese Erscheinungen bemerkt habe müssten. An keiner Stelle waren jedoch die beschriebenen Phänomene bekannt. Darüber hinaus hat das UBA vom Deutschen Wetterdienst die Auskunft erhalten, dass in den Beobachtungsdaten keine Besonderheiten auffindbar sind, die auf abweichende Formen von Kondensstreifen hindeuten könnten. Wenn man über Suchmaschinen des Internets das Stichwort "chemtrail" eingibt, erhält man eine Fülle von (überwiegend englischsprachigen) Quellen, von denen sich das UBA eine Vielzahl näher angeschaut hat. Es konnte keine wirklich glaubhafte Quelle gefunden werden, in der überzeugende Belege angeführt werden. Vielmehr stieß man mehrheitlich auf Quellen mit Namen wie "spirithelp", "conspiracyplanet", "aliendave" und "ufoseek". Die in diesen Quellen zum Teil gezeigten Fotos von etwaigen Chemtrails geben keinerlei Anlass, dahinter etwas anderes als natürliche Kondensstreifen oder Wolken zu vermuten.
Zu bedenken ist außerdem, dass diese Art des "Klimaschutzes" nur sehr kurzzeitig wirksam wäre und daher fortlaufend und zudem in globalem Umfang vorgenommen werden müsste, was das Verfahren sehr aufwändig und teuer machen würde.
Auf der Basis dieses Kenntnisstandes schlussfolgert das UBA zum jetzigen Zeitpunkt, dass die im o.g. Artikel aufgestellten Behauptungen nicht glaubwürdig sind.
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnte.
Mit freundlichen Grüßen,
Heike Rotermund


Heike Rotermund
V 723
Ministerium für Umwelt, Naturschutz und
Landwirtschaft des Landes Schleswig-Holstein
Mercatorstr. 3
D - 24106 Kiel
Tel.: +49 (0) 4 31 / 9 88 - 72 69
Fax + 49 (0) 4 31 / 9 88 - 72 39
E-Mail: heike.rotermund@munl.landsh.de
<mailto:heike.rotermund@munl.landsh.de>
 
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